Cornwall: St. Ives – Dorf der Künstler und Schriftsteller

by Antje Gerstenecker
Kleine Gasse in St. Ives. Blumengeschmückt und mit Kopfsteinpflaster

Kleine Gasse in St. Ives

 

Viele Künstler leben in St. Ives

Das ehemalige Fischerdörfchen St. Ives hat sich zu einem der beliebtesten Ferienorte an der Küste Cornwalls entwickelt. Nicht zu Unrecht, denn die Lage ist fantastisch. Umgeben von herrlichen Sandstränden bietet St. Ives alles, was man sich für einen Strandurlaub in England vorstellen kann. Und nicht nur das – die vielfältigen Lichtstimmungen und der besondere Flair ziehen schon seit vielen Jahren Künstler aus aller Welt an. Entsprechend sind in St. Ives unzählige Galerien entstanden und das Städtchen wurde zu einem der bedeutendsten Kunstzentren in Cornwall.

Pub am Hafen mit Terrasse

Pub am Hafen von St. Ives

Touristen aus aller Welt kommen nach St. Ives

Diese besondere Mischung zieht wiederum Besucher aus aller Welt an. Was für das Städtchen Fluch und Segen zugleich ist. Den die Touristenströme spülen natürlich viel Geld in die Kassen der Laden- und Restaurant-Besitzer (zumindest in der Saison), gleichzeitig stiegen aber Mieten und Preise für Häuser und Ladengeschäfte ins Unermessliche. So müssen inzwischen viele Künstler ihre Galerien aufgeben – sie sind einfach nicht mehr finanzierbar. Sie weichen, dafür siedeln sich immer mehr Laden- und Restaurantketten an. Ob das dem Flair von St. Ives langfristig gut tut, ist zu bezweifeln.

Einkaufsstraße in St. Ives

In der Einkaufsstraße von St. Ives ist viel los

Zu Fuß zum Hafen

Ein Bummel durch die hübschen schmalen Gassen lohnt sich dennoch. Erst einmal muss man allerdings sein Auto loswerden. Die Parkplätze rund um die Altstadt waren bei unserem Besuch hoffnungslos überfüllt und wir mussten, schließlich den Parkplatz außerhalb nehmen – der erschreckend riesig (und genauso voll) ist. Wo um Himmels Willen gehen all die Leute hin, fragten wir uns etwa bang, als wir schließlich einen Parklatz fanden und uns auf den Weg in die Stadt machten. Den Fußweg in die Stadt musste man nicht suchen, die Besucherströme irren nicht, und man muss sich einfach treiben lassen. Und schon erreicht man nach ca. 10 – 15 Minuten das Zentrum von St. Ives.

Buntes Verkehrsschild mit Möwe

Verkehrsschild mit Möwe – Pfosten maximal ausgenützt, würde ich sagen…

Piraten-Souvenirs lassen Kinderherzen höher schlagen

Wir schlenderten durch die Einkaufsstraße von St. Ives: Bekleidungsgeschäfte, Spielzeugläden, Galerien, Anglerbedarf und Souvenirs – ein bunte Mischung wird hier angeboten. Wir freuten uns – nach all den Mini-Dörfchen in Cornwall – über das große Konsumangebot (jaja – ich weiß…) und bummelten erst einmal gemütlich durch die Geschäfte. Unsere Kinder hatten einen Riesenspaß, die Piratensachen in den Souvenirläden zu durchstöbern – und wir Eltern staunten, was man offensichtlich so alles im Piratendesign an den Mann bringen kann.

Souvenirgeschäft mit Piraten-Artikeln

Die Auswahl ist schwer – was nehme ich nur?

Lecker: Cornish Pasties am Hafen

Hungrig erreichen wir schließlich die Hafenpromenade und stärkten uns erst einmal mit leckeren Cornish Pasties. Die Teigtaschen sind mit den verschiedensten Leckereien gefüllt: Käse, Schinken, Rindfleisch, Feta, Gemüse, Würstchen und viel mehr – die Auswahl ist riesig und fällt entsprechend schwer. Vor den Läden der Cornish Bakery bilden sich regelmäßig lange Schlangen. Wir dachten, so viele Hungrige können nicht irren und reihten uns gleich mal in die Warteschlange ein. Und ja, es war eine gute Wahl! Ich möchte sogar behaupten, dass das die besten Cornish Pasties waren, die wir während unseres Urlaubs gegessen haben! 🙂

Cornish Pasties Tüte

Sehr zu empfehlen!

 

Unbedingt probieren: Cornish Cream Tea

Zum Nachtisch noch Cream Tea – Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade. Die Scones sind eine Art Brötchen, irgendetwas zwischen süß und salzig. Darauf wird großzügig Clotted Cream verteilt (über Kalorien reden wir lieber nicht…) und als süßes I-Tüpfelchen noch Erdbeermarmelade on top – seeehr lecker!

Scones und mehr

Scones und mehr… mmmmmhhhh!

 

St. Ives hat viele Strände

Wer in St. Ives Sonne tanken möchte hat gleich mehrere schöne Strände zu Auswahl – das größere Problem ist, dass die Sonne dann auch wirklich scheint. Wir hatten Glück! Wir erwischten einen Traumtag. Zum nächstgelegenen Strand mussten wir von der Hafenpromenade aus nicht weit gehen – im gegenteil wir waren schon da. Bei Ebbe verwandelt sich der Hafen praktisch in einen riesigen Strand, der sogar von Fahrzeugen befahren werden kann. Es ist schon ein witziges Bild, wie die sonnenhungrigen Urlauber ihre Handtücher zum Teil direkt neben den auf dem Trockenen liegenden Booten ausbreiten.

Strand von St. Ives

Bei Ebbe wird der Hafen zum Strand

Strand am Hafen von St. Ives

Sonnenbaden gleich neben den Booten

Strand am Hafen von St. Ives

Bedrohliche Wolken trüben den Sonnenschein in St. Ives

Porthmeor Beach – der Familienstrand

Wer weiter die Promenade entlang geht erreicht nach wenigen Minuten eine kleine Festung, an die sich gleich der nächste Strand, der Porthmeor Beach, anschließt. Dieser eignet sich auch zum Baden – entsprechend stark frequentiert ist er auch. Hier reiht sich eine Strandmuschel und Windschutz an den nächsten. Es ist ein toller Familienstrand – Surfer findet man hier eher weniger.

Porthmeor Beach, St. Ives

Porthmeor Beach in St. Ives

Tate Gallery in St. Ives

Gleich neben dem Porthmeor Beach befindet sich die sicherlich bedeutendste Galerie von St. Ives – die Tate Gallery. Ein Ableger des berühmten Londoner Tate Gallery, der ausschließlich Werke von Künstlern ausstellt, die in St. Ives wirkten. Allerdings empfand ich die Ausstellung als nicht so lohnenswert, wie erwartet. Sehr positiv empfanden wir die Kinderfreundlichkeit im Tate. Das kleine Suchspiel unter dem Motto “I Spy Tate” machte den Besuch für die Kinder zur spannenden Detektiv-Tour und sorgte ganz nebenbei dafür, dass die Kinder sich die ausgestellten Werke ganz genau betrachteten.

Eingangsbereich der Tate Gallery St. Ives

Tate Gallery

Kinderprogramm Tate Gallery

Erfolgreich absolviert: Kinderprogramm “I Spy Tate”

Wunderbar: Das Museum von Barbara Hepworth

Viel mehr hat uns das Museum der wohl berühmtesten englischen Bildhauerin Barbara Hepworth begeistert, das in ihrem früheren Haus und ihrem ehemaligen Atelier untergebracht ist. Das von außen recht unscheinbare Haus beherbergt wahre Schätze und das schönste Schmuckstück ist ein wunderbarer Garten, der von der Künstlerin selbst angelegt wurde, und in dem zahlreiche ihrer Skulpturen stehen. Ein wunderbarer Weg, Kinder an Kunst heranzuführen. Der “Hidden Garden” hat uns alle sehr begeistert und lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Barbara Hepworth garden

Verstecken im “hidden garden” von Barbara Hepworth

Barbara Hepworth garden

Barbara Hepworth Museum

Barbara Hepworth

Die Skulpturen von Barbara Hepworth in St. Ives

 

Heimat von Rosamunde Pilcher und Virginia Woolf

Die Schriftstellerin Rosamunde Pilcher ist übrigens nicht weit entfernt von St. Ives in Lelant geboren. Einige ihrer Romane spielen hier, unter anderem “Der Muschelsucher”. St. Ives diente auch als Kulisse für mehrere Verfilmungen ihrer Bücher. Die britische Schriftstellerin Virginia Woolf verbrachte ihr Kindheit in St. Ives und auch sie widmete Cornwall mehrere Romane, u.a. Jacob’s Room.

Blick von der Tate Gallery auf St. Ives und die Strände und den Hafen

Blick von der Tate Gallery auf St. Ives

Cornwall: Die Mischung macht’s

Wer in Cornwall Urlaub macht, sollte auf jeden Fall einen kleinen Abstecher nach St. Ives machen. Uns hat das ehemalige Fischerdörfchen gut gefallen, obwohl wir die kleineren, ursprünglicheren Dörfer und Strände nach wie vor bevorzugen. Aber die Mischung macht’s 🙂

Von Mullion und dem Polurrian Beach Hotel ist St. Ives ungefähr eine Stunde entfernt. Wer möchte, kann den Ausflug auch mit einem Abstecher nach Mousehole, einem schnuckligen Fischerdorf, und Tintagel, der Legende nach der Geburtsort von König Artus, kombinieren.

St. Ives

Die Straße in der das Barbara Hepworth Museum liegt

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St. Ives

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Schild in St. Ives













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1 Kommentar

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wirwollenreisen - der Reisebericht 2. Januar 2014 - 12:43

Klasse Reisebericht! Hört sich sehr verlockend an, und das mit dem Programm für die Kinder im Museum gefällt mir sehr.
Weiter so!

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