Honeymoon Island State ParkMee(h)r Länder Florida: Honeymoon Island State Park by Antje Gerstenecker 4. Februar 2024 geschrieben von Antje Gerstenecker 4. Februar 2024 2,7K teilen teilen teilen E-Mail Ein sandiger weißer Pfad schlängelt sich durch die – bis zu – 200 Jahre alten Bäume auf Honeymoon Island, nördlich von Clearwater. Wir sind an diesem drückend heißen Augustnachmittag schon nach wenigen Minuten schweißgebadet, obwohl der Weg topfeben ist und eigentlich keinerlei körperliche Anstrengung erfordert. Doch die Sonne scheint erbarmungslos auf uns herab und die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass wir aus allen Poren schwitzen. Wandern auf Honeymoon Island Wir versuchen, uns hauptsächlich im Schatten der Bäume aufzuhalten, jeder Meter in der prallen Sonne fühlt sich ungefähr 10 mal länger an. Um uns herum zirpen Grillen und aus dem dichten Gebüsch, das den Osprey-Trail zu beiden Seiten flankiert, hören wir immer wieder lautes Rascheln. Wer hier unterwegs ist, sollte gut aufpassen, wohin er tritt, denn auf der Insel sind unter anderem Diamant-Klapperschlangen heimisch, die mit 2,5 Metern längste Klapperschlangenart überhaupt. Die Schlangen sind hochgiftig, aber nicht besonders aggressiv. Dennoch gilt es, gutes Schuhwerk zu tragen und die Wege möglichst nicht zu verlassen. Schildkröten am Wegesrand Wieder höre ich ein Rascheln und nehme aus den Augenwinkeln wahr, wie sich die Gräser zu unsere linken bewegen. Kurz darauf entdecken wir eine Schildkröte, die aus dem Gebüsch langsam auf uns zukommt. Sie bemerkt uns auch, bleibt stehen und scheint zu überlegen, ob wir zu den Feinden zählen, oder sie ihren Weg weiter fortsetzen kann. Nach einigem Überlegen, beschließt sie weiterzugehen. Sie begleitet uns ein Stück und verschwindet dann wieder im dichten Gebüsch.Am Rande des Osprey Trails weisen Schilder auf die hier heimische Fauna und Flora hin. Mit etwas Glück kann man in den Baumkronen Weißkopfseeadler, Fischadler und Eulen beobachten, die allesamt auf Honeymoon Island heimisch sind. Tatsächlich entdecken wir einen Weißkopfseeadler – die Eulen haben sich an diesem Tag gut versteckt. Wandern mit Meerblick Es ist erstaunlich wie schnell man hier mitten in die Natur eintauchen kann und vergisst, dass man sich auf einer sehr schmalen Insel, nur wenige Meter vom Meer entfernt befindet. Immer wieder gibt es die Möglichkeit, einen kleinen Abstecher zum benachbarten Pelican Cove Trail zu machen und den paradiesischen Blick auf das Meer zu genießen. Ein Gürteltier ganz nah! Wir hören einmal mehr ein lautes Rascheln und wir sehen, dass sich das trockenen Blätter auf dem Boden bewegt, doch es dauert, bis wir entdecken, was sich da so geräuschvoll einen Weg durch das Unterholz bahnt. Plötzlich erhebt sich aus dem raschelnden Laub ein kleiner Kopf mit großen Ohren: ein Gürteltier. Staunend beobachten wir das ungewöhnliche Tier, das wir zum ersten Mal in freier Wildbahn beobachten können. Es lässt sich von uns nicht weiter stören und durchsucht den Waldboden weiter geschäftig nach Beute. Auf unserem Spaziergang treffen wir keine Menschenseele und haben dieses kleine Paradies tatsächlich für uns alleine. Wir haben unseren Spaziergang – trotz der Hitze – in vollen Zügen genossen. Zum Glück ist das Meer nicht weit und wir können uns direkt in die Fluten des Golfs von Mexiko stürzen, auch wenn die Wassertemperatur keine echte Erfrischung bietet. Solltet ihr Lust haben, Honeymoon Island selbst zu erkunden, empfehle ich euch, bei eurem Spaziergang eine Kombination aus dem Osprey Trail und dem Pelican Cove Trail zu machen. Osprey Trail & Pelican Cove Trail Der Osprey Trail ist ein 2,2 Meilen langer Rundweg, für den ihr ca. 1 Stunde und 15 Minuten benötigt. Auf halber Strecke könnt ihr abkürzen und über den Osprey Trail oder den benachbarten Pelican Cove Trail zurück gehen. Gerade bei der extremen Hitze im Sommer ist das eine gute Option. Beide Trails sind gut ausgeschildert. Aufgrund der Hitze solltet ihr unbedingt genügend Wasser und Sonnenschutz mit dabei haben. Direkt am Parkplatz befindet sich ein Picknick-Bereich mit Tischen und Bänken, Toiletten und ein schöner Spielplatz für die Kinder. Eine Übersichtskarte findet ihr hier. Traumhafte Strände auf Honeymoon Island Die meisten Besucher reisen sicherlich wegen der traumhaften Strände nach Honeymoon Island. Gleich mehrere reihen sich entlang der westlichen Küste. Im Süden befindet sich zudem einer der wenigen Hundestrände in der Region. Die Strände sind gut über Holzstege zu erreichen und relativ schmal, so dass ihr eure Sachen nicht allzu weit schleppen müsst. Parkmöglichkeiten gibt es ausreichend – versucht aber auf jeden Fall, euren Besuch nicht auf ein Wochenende zu legen, dann ist viel weniger los und ihr könnt dieses kleine Paradies in aller Ruhe erkunden. Ausflug nach Caladesi Island Absolut zu empfehlen ist auch ein Ausflug auf das benachbarte Caladesi Island, das nur mit dem Boot zu erreichen ist. Bis 1921 bildeten Honeymoon Island und Caladesi Island eine gemeinsame Insel namens Hog Island. Ein Hurrikan schlug damals eine Schneise der Verwüstung entlang der Küste und teilte die Insel in zwei Teile. Tickets für die Fähre nach Caladesi Island könnt ihr am Ticketschalter auf Honeymoon Island kaufen. Alle weiteren Infos zu Caladesi Island findet ihr hier. Infos zum Honeymoon Island State Park Der Honeymoon Island State Park befindet sich nördlich von Tampa und Clearwater. Er ist über eine Brücke mit dem Auto erreichbar. Der Park öffnet jeden Morgen um 8 Uhr und schließt bei Sonnenuntergang. Preise: 1 Fahrzeug inkl. bis zu 8 Personen – 8$/Tag. Wer nur zum Sonnenuntergang kommen möchte, bezahlt ab 1 Stunde vor Schließung des State Parks 4$. Die Strände von Honeymoon Island Hinweis: Wir waren im Rahmen einer Recherchereise zum Besuch von Honeymoon und Caladesi Island eingeladen. Ähnliche Beiträge:Florida: Caladesi Island - kleines Inselparadies auf ZeitBubble Room Captiva Island - Hier ist das ganze Jahr…Florida: Pine Island - Die bunten Häuser von MatlachaFlorida: Myakka River State Park - Wildnis für die… 0 Kommentare 0 FacebookTwitterPinterestEmail Antje Gerstenecker Nach vielen Jahren im Ausland und Aufenthalten in den USA, Spanien und Ostafrika wieder zurück in Deutschland – doch das Fernweh ist geblieben. Noch immer Afrika im Herzen. Inzwischen Mami, PR-Beraterin, Buchautorin, Bloggerin, Safariexpertin und gleichbleibend reiseverrückt. Immer auf der Suche nach dem „Buschfeeling“, ungewöhnlichen Zielen in der Nähe und Ferne, Natur pur, perfektem Entertainment, absoluter Stille und Kindertrubel. Schwer beschäftigt, die Balance zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Schreiben, Haushalt, Garten und Fernweh zu finden! Vorheriger Beitrag Schlecht zu Fuß in London – Tipps für eine entspannte Städtereise Nächster Beitrag Florida: Caladesi Island – kleines Inselparadies auf Zeit Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply Save my name, email, and website in this browser for the next time I comment. E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren. Auch möglich: Abo ohne Kommentar. Bitte lies die Hinweise zu der Datenschutzerklärung.