Mee(h)r Länder Schweden: Store Mosse Nationalpark – Wandern im größten Moor in Südschweden by Antje Gerstenecker 14. Februar 2018 geschrieben von Antje Gerstenecker 14. Februar 2018 Unendlich lange Stege führen durch die Sumpflandschaft von Store Mosse 10,1K teilen teilen teilen E-Mail Wandern mit Kindern und Teenies ist nicht immer der Hit – und doch gehört unsere Wanderung im Store Mosse Nationalpark in Småland mit zu den schönsten Erinnerungen an unsere Reise durch Südschweden. Store Mosse Nationalpark – eine Landschaft wie in Lappland Von Anfang an steht der Store Mosse Nationalpark auf meiner Ausflugsliste für Småland ganz oben. Das größte Moor in Südschweden, das von der Vegetation her mit Lappland zu vergleichen ist – das klingt spannend. So fahren wir von unserem Ferienhaus bei Gislaved die etwa 30 Minuten bis zum Parkplatz des Naturschutzgebiets. Das Wetter ist noch etwas trüb, deshalb besuchen wir zuerst das Naturum – ein kleines aber feines Mitmachmuseum, das sich in erster Linie an Kinder richtet. An der Tür heißt es erste einmal Schuhe ausziehen – passende Schlappen stehen hier bereit, aber auch ohne bekommt man keine kalten Füße. Das ganze Gebäude samt Fußboden besteht aus Holz und ist rundum warm und gemütlich. Für Eltern steht Kaffee bereit – für Kinder jede Menge Bastelzeug. Im Museum „Naturum“ in Store Mosse, können Kinder Pflanzen und Tiere des Nationalparks kennenlernen Fundstücke aus dem Store Mosse Nationalpark gibt es im Naturum zu entdecken Live-Übertragung in die Brutkästen in Sichtweite des Naturums Naturum – ein tolles Mitmachmuseum für Kinder Hier kann man sich über die Geschichte von Store Mosse erkundigen, Fundstücke aus dem Nationalpark begutachten – Knochen, Geweihe, getrocknete Pflanzen, verlassene Vogelnester samt den Bruchstücken der Eierschalen und unzählige Dinge mehr. Auf einem Tisch stehen Mikroskope bereit und die Mitarbeiter stehen jederzeit für Erklärungen und Informationen zur Verfügung. Der Blick aus dem Fenster fällt direkt auf einige Brutkästen, in denen im Moment viel los ist. Was genau, kann man an Monitoren verfolgen, die das Innere der Brutkästen zeigen. Allein hier verbringen wir schon viel Zeit – wann hat man schon mal die Gelegenheit, so genau zu beobachten, was sich im Inneren eines Brutkastens abspielt? Die Vogelbabys sind schon recht groß und stimmgewaltig. Kaum dass sich die Eltern blicken lassen, beginnt ein lautes Piepkonzert und sie reißen ihre Schnäbel so weit wie möglich auf. Nur noch ein paar Tage, dann werden sie ihr Nest verlassen und die ersten Flugversuche wagen, erklärt uns eine der Betreuerinnen im Naturum. Eine Seite des Museums ist komplett verglast und man kann mit Hilfe von Fernrohren die Gegend beobachten. Mit etwas Glück kann man hier Elche sehen. Leider haben wir diesbezüglich Pech, entdecken aber zahlreiche Vogelarten. Ein ausgestopfter Bär überwacht das Naturum – er wurde hier in der Gegend im Jahr 2000 erschossen, nachdem er eine Vorliebe für Schafe entwickelt und entsprechend großen Schaden angerichtet hatte. Granis – der Bär wurde 2000 in der Nähe von Store Mosse erschossen Mit dem Fernrohr kann man hier Elche und unzählige Vogelarten entdecken. Was für ein Ausblick! Hier gibt es immer etwas zu beobachten Wandern auf schmalen Stegen Inzwischen scheint die Sonne und wir beschließen uns den Nationalpark näher anzusehen. Uns schwebt so eine kleine Wanderung von 1 – 2 Stunden vor. Doch irgendwann scheinen wir falsch abgebogen zu sein und wir stellen irgendwann fest, dass wir auf der 15-Kilometer-Runde sind. Egal, das Wetter ist toll und wir haben heute eh nichts mehr vor. Das Wandergebiet ist ein Traum. Lange Stege führen über die Sümpfe, alle paar Meter ändert sich die Vegetation. Wir entdecken Blumen, die wir daheim auf der Fensterbank betütteln, immer wieder neue Pflanzenarten und kleine Tiere. Die Stege werden immer schmaler – nebeneinander hergehen ist nicht möglich. Irgendwann endet der Steg und der Weg führt über dicke Wurzeln durch den Wald. Man kann schon erahnen, dass hier bald unzählige Beeren reifen werden. Unendlich lange Stege führen durch die Sumpflandschaft von Store Mosse Familien-Selfie im Store Mosse Nationalpark Man kann schon ahnen, wie viele Blau- und Preiselbeeren hier bald geerntet werden können Auch an einsamen Seen führt der Wanderweg in Store Mosse vorbei Unsere Wanderung führt vorbei an einsamen Seen, über stille Waldlichtungen, Kuhweiden und kleinen typischen Schwedenhäusern. Zugegeben, die letzten beiden Kilometer werden etwas zäh – die Wanderlust der Kinder schwindet zusehends – aber als wir wieder auf dem Parkplatz ankommen, sind wir uns einig – diese Wanderung hat sich rundum gelohnt. Infos zum Store Mosse Nationalpark Der Besuch des Nationalpark von Store Mosse ist kostenlos, ebenso das Naturum und das Parken. Es gibt verschiedenste Wanderwege, einige sind sogar kinderwagentauglich. Für Kinder gibt es einen Trollpfad auf dem man Trolle und andere Fabelwesen entdecken kann. Für kleine Kinder sind die langen Stege nur bedingt tauglich. Wenn ihr wandern wollt, nehmt wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk und Proviant mit. Während unsere Wanderung im Mai gab es keine Möglichkeit, unterwegs etwas zum Essen oder Trinken zu kaufen. Zu ausgewählten Terminen werden geführte Wanderungen mit Schneeschuhen durch das Moor angeboten – wohlgemerkt in den Sommermonaten. Ein Riesenspaß für die ganze Familie. Kosten 650 SEK pro Person (pro zahlendem Erwachsenen ist ein Kind bis 12 Jahren kostenlos dabei). Termine und weitere Infos gibt es hier. Gleich nebenan liegt übrigens das größte Skigebiet Schwedens – Isaberg, das im Sommer unzählige Sport- und Freizeitaktivitäten bietet. Ihr sucht noch weiter Tipps für Ausflugsziele für Familien in Småland? Hier haben wir unsere Lieblingstipps für Småland für euch zusammengestellt. Vorbei an entwurzelten Bäumen Herrliche Lichtung im Store Mosse Nationalpark Typische Schwedenhäuser liegen ebenfalls an der Wanderstrecke von Store Mosse Ähnliche Beiträge:Schweden: Smaland mit Kindern - unsere besten TippsSchweden: Ferienhaus mit Bullerbü-RomantikSchweden: Ein Häuschen am SeeSchweden: Isaberg - Action im Sommer und Winter 0 Kommentare 0 FacebookTwitterPinterestEmail Antje Gerstenecker Nach vielen Jahren im Ausland und Aufenthalten in den USA, Spanien und Ostafrika wieder zurück in Deutschland – doch das Fernweh ist geblieben. Noch immer Afrika im Herzen. Inzwischen Mami, PR-Beraterin, Buchautorin, Bloggerin, Safariexpertin und gleichbleibend reiseverrückt. Immer auf der Suche nach dem „Buschfeeling“, ungewöhnlichen Zielen in der Nähe und Ferne, Natur pur, perfektem Entertainment, absoluter Stille und Kindertrubel. Schwer beschäftigt, die Balance zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Schreiben, Haushalt, Garten und Fernweh zu finden! Vorheriger Beitrag Schweden: Isaberg – Action im Sommer und Winter Nächster Beitrag Schweden: Safari im Elchpark Markaryd Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply Save my name, email, and website in this browser for the next time I comment. E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren. Auch möglich: Abo ohne Kommentar. Bitte lies die Hinweise zu der Datenschutzerklärung.