Schwäbische Alb: Sehenswürdigkeiten in Ulm

by Antje Gerstenecker

Obwohl hier in der Region jedes Kind den Zungenbrecher „in Ulm und um Ulm und um Ulm herum“ kennt, führen doch viele Wege einfach an Ulm vorbei. Ich weiß nicht, wie oft auf der Autobahn in Richtung Süden an Ulm vorbeigedüst – oder sogar mitten durchgefahren bin. Ich kann mich erinnern, dass wir einmal angehalten haben, um das Ulmer Münster zu besuchen – das war es dann aber auch schon.

Dabei hat Ulm viel zu bieten und ist ein lohnenswertes Ziel für einen Wochenendtrip oder auch für einen Tagesausflug – je nachdem, wie weit entfernt ihr wohnt. Da aber auch die Umgebung viel zu bieten hat, kann ich euch nur ans Herz legen, länger zu bleiben.

Hier also meine Tipps für Ulm:

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Das Ulmer Münster

Das berühmteste Bauwerk der Stadt ist natürlich das Ulmer Münster – ganze 161,53 Metern misst sein Turm und ist damit der höchste Kirchturm der Welt!

Wer die 768 Stufen bis zur obersten Aussichtsplattform hinaufsteigt, kann weit blicken – die Aussicht reicht von Baden-Württemberg und Bayern (die Landesgrenze verläuft mit der Donau mitten durch die Stadt) und bei guter Fernsicht bis zu den Alpen. Aufgrund von Renovierungsarbeiten ist der Aufstieg bis Ende 2021 jedoch nicht möglich.

Der Bau des Ulmer Münsters begann bereits 1377 mit ehrgeizigen Plänen. Hier sollte eine Kirche mit Platz für 20.000 Menschen entstehen. Finanziert wurde das beeindruckende Großprojekt von Ulmer Bürgern. Die ließen sich nicht lumpen – im 15. Jahrhundert stand ein prächtiger Choraltar samt Chorgestühl und kunstvollen Chorfenstern. Doch 1543 musste der Bau erst einmal ruhen, da die finanziellen Mittel erschöpft waren. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde weitergebaut. 1890 – 513 Jahre nach Baubeginn – wurde das Ulmer Münster schließlich fertiggestellt.

Auch wenn man den Kirchturm im Moment nicht erklimmen kann, ist allein schon der Anblick von außen ein beeindruckendes Erlebnis.

Der Ulmer Wochenmarkt

Ganz besonders mittwochs und samstags lohnt sich ein Besuch auf dem Münsterplatz, denn dann findet immer von 6 – 13 Uhr der Wochenmarkt statt. Das vielfältige Angebot reicht von Obst und Gemüse über Blumen bis hin zu Milchprodukten, Honig, Marmeladen und allem, was die Region sonst noch zu bieten hat. Auch kulinarisch ist einiges geboten – und die Kulisse mit dem Ulmer Münster und dem modernen Stadthaus gleich gegenüber sorgt für ein ganz besonderes Flair.

Das Rathaus

Weiter geht es Richtung Rathaus, das nur gleich um die Ecke liegt. Die prächtige Bemalung aus der Frührenaissance zeigt lehrhafte Darstellungen von Tugenden, Geboten und Lastern. Die heutige Bemalung stammt aus dem Jahr 1900. Damals wurde die von der Witterung zerstörte Fassade restauriert bzw. neu erstellt. Der älteste Teil des Gebäudes entstand 1370 und wurde dann mit den Jahren immer mehr erweitert. Besonders beeindruckend ist die astronomische Uhr, die 1520 angebracht wurde.

Die Stadtmauer

Ein schöner Spaziergang führt zum Metzgerturm, der aufgrund des instabilen Untergrunds eine Neigung von über zwei Metern aufweist. Weiter geht es über die Stadtmauer entlang der Donau zum Fischerviertel. Ein wirklich schöner Weg – links die Donau und rechts reihen sich die schönen alten Fachwerkhäuser aneinander. Eine kleine Treppe führt dann hinab ins Fischerviertel. Dort wartet schon die nächste Sehenswürdigkeit auf uns.

Das Fischerviertel

Das bekannteste Gebäude des Fischerviertels ist sicherlich das Schiefe Haus, das seinem Namen alle Ehre macht. Das mächtige Fachwerkhaus scheint sich gegenüber des Bachlaufs förmlich zu verneigen. Am Dachfirst ist ein Schlüssel angebracht, der als Lot dient und die beeindruckende Neigung des Hauses dokumentiert. Wer mag, kann hier sogar übernachten, denn das schiefe Haus ist heute ein Hotel.

Überhaupt hat man das Gefühl, in eine ganz neue Welt eingetaucht zu sein. Schmale, kopfsteingepflasterte Gassen führen durch die idyllischen Fachwerkhäuser. Überall plätschert es – das ganze Viertel ist von kleinen Bachläufen durchzogen. Hier lebten früher die Fischer, die ihren Fang über die kleinen Kanäle nach Hause brachten.

Auch Boote wurden im Viertel gebaut. Tastsächlich waren die auch als „Ulmer Schachteln“ bekannten Boote „Einwegboote“. Auf ihnen wurden die Waren donauabwärts gebracht und am Zielort wurde nicht nur die Fracht verkauft, sondern auch das Holz, aus dem das Boot gemacht war. Flussaufwärts zurückzukehren wäre aufgrund der Strömung nur schwer möglich gewesen. Das fließende Wasser war auch für die Arbeit der Gerber ideal.

Heute ist aus dem einst geschäftigen Viertel ein verträumtes Paradies geworden. Die Fundamente der Häuser, die hier zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert ins Wasser gebaut wurden, neigten sich aufgrund des weichen Untergrunds. So entstanden die malerischen schiefen Fachwerkhäuser, die dem Fischerviertel heute seinen besonderen Charme geben. Kleine Terrassen und Sitzplätze am Wasser, zauberhafte Gärten und hübsche Restaurants locken zahlreiche Besucher und lassen sie den Alltag vergessen.

Der Berblinger Turm

Erst 2020 wurde die neueste Sehenswürdigkeit in Ulm eröffnet – der Berblinger Turm. Er erinnert an den „Schneider von Ulm“ Albrecht Ludwig Berblinger, der genau hier am 31. Mai 1811 mit seinem selbstgebauten Flugapparat über die Donau schweben wollte. Leider scheiterte sein Versuch und er stürzte in die Donau.

Der Berblinger Turm ist mit 20 Metern genauso hoch wie das Podest von dem der Schneider von Ulm einst den tollkühnen Sprung in die Tiefe wagte. Heute können sich Besucher in seine Lage hineinversetzen – das Besteigen des Turmes ist eine etwas wacklige Angelegenheit und sei auch nur schwindelfreien Personen empfohlen. Dir Treppen aus Stahlgittern geben den Blick nach unten schonungslos frei. Wer die 20 Meter erklommen hat, schwebt, leicht schwankend, hoch über der Donau und hat einen schönen Blick auf die Altstadt und das Münster. Ob Berblinger sich wohl kurz Zeit nahm, diese Blick ebenfalls zu genießen?

Der Berblinger Turm ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.

SUP-Tour auf der Donau bei Ulm

Wer Ulm aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen möchte, kann eine SUP-Tour auf der Donau machen. Tolle Ausblicke sind auf dieser Tour garantiert – ob auf die Altstadt, den Berblinger Turm, das Ulmer Münster, die Stadtmauer oder den Großstadtdschungel in einem Seitenarm der Donau. Es gibt verschiedene SUP-Verleihstationen – z. B. Fifty-eight oder SUP-Station Ulm.

Entlang der Donau und durch die Altstadt

Einen Spaziergang durch die Parkanlagen entlang der Donau solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen – ebenso wenig wie einen Bummel durch die Altstadt mit ihren zahlreichen Shops, Cafés und Restaurants. Lecker essen kann man in Ulm in vielen Restaurants – unschlüssigen Nichtschwaben seien die traditionellen schwäbischen Nationalgerichte Kässpätzle, Linsen mit Spätzle oder Maultaschen empfohlen!

Rooftop-Bar „Über“

Ganz neu in Ulm ist die Rooftop-Bar „Über“ auf dem Dach des „me and all hotels“. Dort bieten Pop-up-Restaurants kulinarischen Vielfalt – das Restaurant bzw. die Bar sind für die Öffentlichkeit geöffnet – ob zum Frühstück, Abendessen oder Drinks.

Ausflüge rund um Ulm

Ihr wollte noch mehr rund um Ulm entdecken?

Wie wäre es mit einem Ausflug an den leuchtend blau schimmernden Blautopf?

Oder zum wunderbaren Federsee und dem benachbarten Wackelwald?

Ihr liebt Alpakas? Dann nichts wie auf nach Lonsee zu Albwolle – dort könnt ihr nicht nur tolle Produkte aus Alpakawolle kaufen, sondern auch mit Alpakas wandern!

Ihr habt noch weitere Tipps für Ulm oder in der Umgebung von Ulm? Dann hinterlasst gerne einen Kommentar und ich nehme euren Tipp gerne mit in die Liste auf!

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