Mee(h)r LänderWarum du keine Affen füttern sollst! Kenia: Warum du keine Affen füttern sollst… by Antje Gerstenecker 22. März 2018 geschrieben von Antje Gerstenecker 22. März 2018 Colobus Monkeys sind vor allem an der Südküste von Kenia heimisch 18,K teilen teilen teilen E-Mail Der Bananenverbrauch auf den Buffets der kenianischen Hotels ist überdurchschnittlich hoch. Keine Frage, die einheimischen Früchte sind sehr lecker, aber das ist nicht der einzige Grund für deren extreme Beliebtheit. Ein Teil der Bananen verschwindet in den Taschen der Hotelgäste. Mag sein, dass der eine oder andere sie dann auch tatsächlich selbst isst – doch viele davon werden an die Affen verfüttert. Damit beginnt ein fataler Kreislauf, der die Hotels vor große Probleme stellt. Gefährlich und dumm: Affen füttern… Sie sind possierlich, niedlich und für uns exotisch. Wann hat ein Mitteleuropäer schon einmal die Möglichkeit, Affen in freier Wildbahn und aus nächster Nähe zu beobachten. So ist der regelmäßige Besuch der Affen auf dem Hotelgelände für viele Touristen ein Urlaubshighlight. Meist sind es Grüne Meerkatzen, Colobus Monkeys oder gar Paviane, die den Gästen näher kommen als es gut ist. Sie haben gelernt, dass bei ihren Besuchen im Touristenparadies immer Leckerbissen zu finden sind. Die Warnschilder die in fast jedem Hotel oder Restaurant, jedem Camp und jeder Lodge zu finden sind, werden von den Touristen nicht ernst genommen oder einfach ignoriert. Egal ob freundlich darum gebeten wird, Affen nicht zu füttern oder sogar ein klares Verbot auf dem Schild zu finden ist – Touristen wissen es einfach besser. „Die Affen sind doch so niedlich, die sind nicht gefährlich“, hört man oft. Oder: „Die finden doch sonst nichts zum Essen in diesem armen Land“; oder: „Ich hab sie doch nur einmal angelockt um ein gutes Foto zu schießen“ – bekommt man zu hören, wenn man sie darauf hinweist. Damit beginnt ein fataler Kreislauf – am Ende leiden Hotels, Restaurants, Touristen, Angestellte und nicht zuletzt die Affen unter der Ignoranz der Besserwisser. Während meiner Zeit in Kenia habe ich die Affen fürchten gelernt und finde sie nur noch aus größerer Distanz niedlich. Eine Tasche auf der Liegewiese oder am Pool, ein offenes Fenster, ein Teller mit Essen – das alles ist für die Tiere inzwischen eine Einladung sich zu bedienen. Wer sein Hab und Gut schützen möchte und eingreift, läuft Gefahr ein, von den Affen angegriffen zu werden – und so ein Affenbiss ist nicht ohne… Niedlich aber nicht ungefährlich: Affen in Kenia Hier also die Gründe, warum du keine Affen füttern sollst: Affen sind Wildtiere!!! Auch wenn sie noch so niedlich aussehen – Affen sind Wildtiere. Genau aus diesem Grund können wir ihre Reaktionen auf unser Verhalten nicht abschätzen und laufen Gefahr ein, dass es zu Missverständnissen kommt. Affen verlieren ihre natürliche Schau vor Menschen Wenn Affen angefüttert werden, verlieren sie ihre natürliche Scheu vor Menschen. Das bedeutet aber nicht, dass sie dadurch zahm werden. Ein Wildtier, das die Scheu vor Menschen verloren hat, bedeutet entsprechend ein großes Risiko für Menschen, denn das Tier reagiert anders, als es normalerweise in freier Wildbahn reagieren würde – noch dazu können wir dieses Verhalten nicht einschätzen und laufen Gefahr, Grenzen zu überschreiten und das Tier damit zu provozieren. Affen werden zum Problem Die Affen sind schlau und merken sofort, wo etwas zu holen ist. Einmal gefüttert, wird das Tier immer wieder kommen und versuchen Futter zu bekommen. Wenn nicht weiter gefüttert wird, kann das zu aggressivem Verhalten der Affen führen. Oft kann man beobachten, wie Affen Taschen durchwühlen. Wenn Fenster offenstehen, durchsuchen sie oft ganze Zimmer nach Essbarem – dabei richten sie ziemliche Verwüstungen an und machen auch vor Diebstahl nicht halt. So mussten unsere Gärtner im Laufe der Zeit einiges aus den Palmen bergen – Handtücher, Unterhosen, BHs, T-Shirts etc. Wie viele Zuckerdosen und Milchkännchen von den Affen geklaut wurden, kann ich gar nicht mehr zählen. Problem – wenn das Geschirr leer ist, wird es einfach fallen gelassen – und das trifft dann nicht selten die Hotelgäste. Auch habe ich schon gesehen, wie Affen von den Bäumen auf Gäste gepinkelt haben, Buffets wurden regelrecht verwüstet und auch hier eine Pipilache hinterlassen. Erstaunlicherweise fanden die Gäste, die gerade noch die Affen angelockt hatten, das dann doch eklig. Doch ein Affe versteht nicht, wann er sich nähern darf oder nicht. Einmal angelockt verliert er mehr und mehr die Scheu und es kommt zu unschönen Szenen. Leidtragende sind dann alle Gäste im Hotel, ob sie die Affen nun füttern oder nicht… Affen können kratzen und beißen Wie oft habe ich schon gehört, dass die Affen doch so süß und lieb sind… – und wie oft habe ich erlebt, dass die Affen aggressiv wurden und angriffen. Mit einem Affenbiss ist nicht zu spaßen. Die Infektionsgefahr ist sehr groß und macht Tollwutimpfungen etc. notwendig. Ganz besondere Vorsicht gilt bei Pavianen – seit ich einmal beobachtet habe, wie ein Pavian eine kleine Thomson-Gazelle gerissen hat (Details erspare ich euch), halte ich von diesen Tieren einen riesigen Abstand. Wer so etwas einmal beobachtet hat, wird nie mehr auf die Idee kommen, einen Affen füttern zu wollen! Affen gehören nicht in den Speisesaal Da machen sich die Touristen über jedes Detail Gedanken. Sie lassen sich impfen, desinfizieren Klositze, Fernbedienungen und Türgriffe, führen eine riesige Reiseapotheke mit sich, verzichten auf Eiswürfel und essen keinen Salat und geschälte Früchte um Magen-Darm-Erkrankungen zu vermeiden. Sobald aber ein Affe auftaucht, sind alle Bedenken vergessen. Lasst euch sagen – so ein Affe ist nicht hygienisch rein und die Vorstellung, dass er einmal quer über das Buffet getobt ist, ist nicht gerade verlockend. Das gilt für alle Wildtiere!!! Liebe Touristen, wenn ihr nach Kenia kommt, bitte respektiert die Natur, die Kultur und natürlich die Menschen. Haltet euch an Empfehlungen und Verbote – es gibt gute Gründe, warum es sie gibt. Achtet die Wildtiere – beobachtet sie und fotografiert sie gerne, aber haltet Abstand! Füttert sie nicht an und versucht nicht, sie zu berühren oder zu streicheln. Denkt daran, ihr seid nur zu Gast und euer Tun und Handeln hat nachhaltige Konsequenzen für alle. DANKE! Was es sonst zu beachten gibt, wenn man eine Reise nach Kenia machen möchte, erfährst du hier. Und hier gibt es Tipps für alle, die mit Kindern nach Kenia reisen möchten. Die Affen findet man an der gesamten Küste von Kenia Ähnliche Beiträge:Schwaben Park - Kinderspaß und AffentheaterKenia - Fassungslos und traurig über die Ereignisse…Wilhelma - Die "Alhambra am Neckar"Kenia - Reisetipps und was du für die Reiseplanung… 0 Kommentare 1 FacebookTwitterPinterestEmail Antje Gerstenecker Nach vielen Jahren im Ausland und Aufenthalten in den USA, Spanien und Ostafrika wieder zurück in Deutschland – doch das Fernweh ist geblieben. Noch immer Afrika im Herzen. Inzwischen Mami, PR-Beraterin, Buchautorin, Bloggerin, Safariexpertin und gleichbleibend reiseverrückt. Immer auf der Suche nach dem „Buschfeeling“, ungewöhnlichen Zielen in der Nähe und Ferne, Natur pur, perfektem Entertainment, absoluter Stille und Kindertrubel. Schwer beschäftigt, die Balance zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Schreiben, Haushalt, Garten und Fernweh zu finden! Vorheriger Beitrag Schweden: Safari im Elchpark Markaryd Nächster Beitrag Karibik-Feeling in der Toskana – die weißen Strände von Vada Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply Save my name, email, and website in this browser for the next time I comment. E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren. Auch möglich: Abo ohne Kommentar. Bitte lies die Hinweise zu der Datenschutzerklärung.