So ist Cornwall im März und April

by Antje Gerstenecker

Ups – we did it again… – wir waren endlich wieder in Cornwall. Dieses Mal in den Osterferien.

Wir werden mutiger, was die Reisezeit betrifft! Ostern ist nicht unbedingt die typische Reisezeit für den Südwesten Englands. Noch dazu war Ostern dieses Jahr Ende März – also ziemlich früh.

Bank mit Meerblick vom Coast Path in Cornwall

Einfach nur aufs Meer blicken und träumen…

Eine andere Seite von Cornwall entdecken

Aber wir fanden es sehr spannend, Cornwall mal zu einer neuen Reisezeit kennenzulernen. Was das Wetter betraf, waren wir auf alles eingestellt – wir hatten einfach Lust, ein paar ruhige und entspannte Tage am Meer zu erleben, uns den Wind um die Nase wehen zu lassen, Cream Tea und Fish und Chips zu essen, durch Gärten zu schlendern, liebgewonnene Orte wieder zu besuchen und neue zu entdecken.

Ende Februar machte ich mich an die Reiseplanung – und die war tiefenentspannt. Ich suchte ein Cottage mit zwei Schlafzimmern, möglichst nah am Meer. Alles was in die nähere Auswahl kam, war noch frei und wir buchten schließlich ein Cottage auf der Lizard-Halbinsel mit traumhaften Blick aufs Meer – zu einem weit günstigeren Preis als in den Sommermonaten fällig wäre.

Der Wetterbericht für Cornwall war nicht sehr vielversprechend

Ich gestehe… – ein paar Tage vor Abreise warf ich einen Blick auf den Wetterbericht, der leider alles andere als vielversprechend war. Eine Woche mit mal mehr, mal weniger Regen, garniert mit starkem Wind und Temperaturen von 3 – 9 Grad – die gefühlten Temperaturen sollten bei 1 – 5 Grad liegen.

Normalerweise sehe ich mir in solchen Fällen die Vorhersagen auf mehreren Wetterportalen an – bis ich eine finde, die besser klingt. Fand ich aber in dem Fall leider nicht. So packten wir also noch ein paar warme Pullis mehr ein als eh schon geplant. Plus die Winterstiefel und Winterjacken. In Gedanken ging ich schon mal die möglichen Ausflugsziele durch, die auch bei schlechtem Wetter machbar sind. Allen voran das Eden Project, Minen, Museen und Shopping-Möglichkeiten.

Wir kamen am späten Abend an. Beim Aussteigen aus dem Auto fröstelten wir, denn der Wind war heftig und wie erwartet ziemlich kühl. Im Mondlicht konnten wir die Gischt der Wellen erkennen, die weit unter uns gegen die Felsen krachten.

Kynance Cove Café, Cornwall

Blick vom Coast Path hinab auf das Kynance Cove Café

Statt Regen viel Sonnenschein

Am nächsten Morgen war es zwar bewölkt aber längst nicht so windig wie am Abend zuvor. Während wir frühstückten verzogen sich die Wolken und eine halbe Stunde später hatten wir strahlenden Sonnenschein. Wir beschlossen zu einer unserer Lieblingsbuchten, der Kynance Cove zu fahren. Der Parkplatz dort war noch fast leer und wir wanderten hinab zum Kynance Cove Café, das sich zwischen die hohen Klippen schmiegt. Dort war es fast windstill und dank des strahlenden Sonnenscheins erstaunlich warm. So saßen wir mit einem Clotted Cream Eis in der Hand da, ließen den Blick über die Bucht schweifen und genossen den Sonnenschein. Ein unglaublicher und vor allem unerwarteter Beginn unserer Urlaubswoche.

Clotted Cream Eis in Cornwall

Clotted Cream Eis mit Meerblick – lecker!

Zum ersten Mal seit 11 Jahren gab es dieses Jahr in Cornwall so richtig viel Schnee – so viel, dass man sogar Rodeln konnte und ein Hotelier postete gar einen Film bei Facebook, in dem er mit den Skiern zu seinem Hotel fuhr. Das war im Februar und März, also keine zwei Wochen her. Schnee sahen wir keinen mehr – dafür standen aber vor vielen Häuser noch die Schlitten, ein recht unerwarteter Anblick.

Der erste Schnee in Cornwall seit 11 Jahren

Dieser heftige Wintereinbruch war schuld, dass der Frühling in Cornwall dieses Jahr länger auf sich warten ließ. Für uns war es ein ganz neuer Eindruck der Region. Die Bäume waren noch kahl, doch die Wiesen schon sattgrün. Dazu riesige Narzissenfelder in leuchtendem Gelb und  Kamelien, die erste bunte Farbklekse setzten. Die erhofften Bluebells waren leider noch nicht zu sehen und der Frost hatte der Magnolienblüte heftig zugesetzt. Nur langsam erholte sich die Natur von dem ungewöhnlich strengen Wintereinbruch.

Magnolien in Cornwall

Die Magnolien erholen sich langsam von der Kälte

Wie immer in Cornwall empfanden wir die Temperaturen wärmer als angekündigt. Ende März lagen sie zwischen 5 und 12 Grad. Trotz des teils stürmischen Windes, fühlte es sich für uns nicht so kalt an. Tatsächlich hatte ich Winterstiefel und die dicken Jacken umsonst eingepackt. Wir waren die ganze Zeit über mit leichten Daunenjacken, bzw. der Kombination aus Fleecejacke und dünner Regenjacke unterwegs. Auch zu dieser Jahreszeit war man mit dem Zwiebelprinzip gut bedient – wichtig war eine windundurchlässige Jacke und eine Mütze oder Stirnband um die Ohren vor dem stürmischen Wind zu schützen.

Der Wetterbericht hatte übrigens unrecht – wir hatten jeden Tag zumindest ein paar Stunden Sonnenschein und konnten all unsere Ausflüge und Wanderungen wie geplant umsetzen. Nur einmal erwischte uns der Regen auf dem Coast Path – aber das gehört wohl einfach dazu.

Balkon mit Aussicht in Portloe

Gibt es ein schöneres Plätzchen für einen Cream Tea?

Während man viele Engländer im Sommer in Flip Flops auf dem Coast Path wandern sieht, waren zu dieser Jahreszeit sehr viele mit Gummistiefeln unterwegs. Aus gutem Grund, denn viele Wanderwege waren aufgeweicht und zum Teil sehr matschig. Vor allem auf dem Coast Path konnte man den schlammigen Abschnitten oft kaum ausweichen und versank knöcheltief im Matsch. In den Park- und Gartenanlagen waren die Wege in weit besserem Zustand – aber auch da kam man selten mit sauberen Schuhen zurück. Aus diesem Grund möchte ich euch gutes und unempfindliches Schuhwerk ans Herz legen.

Natürlich kann sich das Wetter in Cornwall – wie überall – schnell ändern. Von Schnee bis Sonnenschein ist wohl alles drin. Wir fanden die Reisezeit in den Osterferien jedoch gut.

Hier unsere Gründe, warum sich eine Reise nach Cornwall im März und April lohnt:

  1. Ihr habt die schönsten Strände, Buchten und Fischerdörfer fast für euch alleine. Parkplätze sind kein Problem und auch eine Unterkunft lässt sich problemlos finden (Ausnahme sind die Osterfeiertage, da sollten die Übernachtungen frühzeitig gebucht werden).
  2. Die Preise für Unterkünfte sind viel günstiger als im Sommer.
  3. Wandern ist weniger schweißtreibend als im Sommer – und man ist auf viele Strecken fast allein unterwegs.
  4. Es gibt kaum Staus – zumindest nicht vor den National Trust Parkplätzen und anderen Touristenattraktionen.
  5. Hot Spots wie St. Ives sind zwar auch zu dieser Zeit oft gut besucht – aber kein Vergleich zur Hochsaison. Man kann also in Ruhe bummeln und shoppen – und bekommt in den meisten Restaurants auch einen Tisch ohne Vorbestellung.
  6. Die Natur erwacht – und der Frühling ist einfach eine schöne Reisezeit für Cornwall. Ganz besonders hübsch sind die Narzissenfelder – aber natürlich auch die Magnolien- und Kamelienblüte und die Bluebells (ab April). Badewetter sollte man natürlich nicht erwarten – und auch für schlechtes Wetter gerüstet sein.
  7. Plant euer Programm nicht komplett durch, sondern bleibt so flexibel wie möglich. Wenn das Wetter nicht so toll ist, besucht das Eden Project, besichtigt die ehemaligen Minen, schaut euch Museen an (Tate in St. Ives, Titanic-Ausstellung in Falmouth, Bodmin Jail, Penlee House, Porthcurno Telegraph Museum, das Hexenmuseum in Boscastle – um nur einige zu nennen) – und wenn die Sonne rauskommt – nichts wie raus…
Porthmeor Beach in St. Ives, Cornwall

Hier zeigt sich der Unterschied zum Sommer – Porthmeor Beach in St. Ives ist im März fast menschenleer

Unbedingt im Gepäck haben solltet ihr:

  • wetterfeste und vor allem winddichte Kleidung
  • einen Schutz für die Ohren
  • robuste Schuhe (evtl. Gummistiefel)
  • einen wetterfesten Rucksack (dass ihr Kameraausrüstung etc. bei einem Regenguss sicher verstauen könnt)

Kennt ihr Cornwall im März und April? Habt ihr noch Tipps??? Dann gerne her damit – ich ergänze den Artikel gerne.

 

Die im Artikel geschilderten Erfahrungen und Eindrücke beziehen sich auf unsere Cornwall Reise Ende März / Anfang April 2018.

 

Weitere Informationen und viele Tipps für eure Cornwall-Reise findet ihr in meinem Reiseführer, der in der Reihe Merian Momente erschienen ist:


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2 Kommentare

Yasmin 24. Februar 2020 - 19:59

Hallo Antje, danke erstmal für deine tollen Berichte! Da packt mich direkt das Fernweh… Bei all den tollen Orten die du beschreibst fällt mir die Entscheidung noch schwerer wo genau ich hingehen soll. Hast du vielleicht einen Tipp, wo ich Anfang April am besten ein paar Tage lang einfach nur die Natur und ein gutes Buch genießen kann? 🙂 Ich möchte während meiner Interrailreise definitiv auch etwas Ruhe finden und bin daher alleine und ohne Auto unterwegs. Liebste Grüße und danke schon einmal 🙂

Reply
Antje Gerstenecker 25. Februar 2020 - 19:46

Hallo Jasmin,

ich weiß nicht, wo du wohnst bzw. wie weit deine Reisepläne schon feststehen. Cornwall ist auch Anfang April sehr schön -allerdings ist das Wetter natürlich unberechenbar und es kann recht kühl sein. Wie wäre es mit Portugal? Oder mit Südfrankreich? Oder doch die englische Südküste???

LG Antje

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