Mit dem Zug in die Provence

by Antje Gerstenecker

Macht ihr euch auch Gedanken, wie ihr euren CO2-Fußabdruck verringern und möglichst umweltfreundlich reisen könnt? Warum nicht mal mit dem Zug verreisen? Eine Kooperation von DB und SNCF macht es möglich: mit dem TGV geht es täglich bequem und nachhaltig von Frankfurt nach Marseille.

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Mit dem TGV von Frankfurt nach Marseille

Draußen zieht die Landschaft vorbei. Drinnen mache ich es mir gemütlich und genieße die entspannte Fahrt in Richtung Süden. Pünktlich um 13.58 Uhr ist der TGV 9580/1 vom Hauptbahnhof in Frankfurt abgefahren – ungefähr zu gleichen Zeit bin ich in Stuttgart gestartet und dann um 14.39 Uhr in Mannheim zugestiegen. Vor mir liegen noch rund sieben Stunden Fahrt bis nach Marseille.

Bequem und nachhaltig

Wer mag, kann unterwegs arbeiten. Die Tische bieten genug Platz für den Laptop – im Zug gibt es kostenloses WLAN und die Sitze verfügen über Steckdosen, so dass unterwegs die Stromversorgung gesichert ist.

Es gibt genug Beinfreiheit. Die Sitze sind sehr bequem und lassen sich in eine gemütliche Sitzposition verstellen – perfekt für ein kleines Nickerchen oder zum Schmökern.

Snacks unterwegs

Das Bordbistro befindet sich zwei Wagen weiter. Dort gibt es Getränke, Kaffee, Tee, Snacks und ein paar kleine Menüs. Ich probiere den Dinkelsalat, der sehr gut schmeckt.

Sprachbarrieren gibt es nicht – alle Mitarbeiter im Zug sprechen Deutsch, Englisch und Französisch und auch alle Ansagen werden dreisprachig gemacht. Über einen Bildschirm erhält man die aktuellen Informationen zur Fahrt – und natürlich auch zur Geschwindigkeit. Bis zu 320 Kilometer schnell saust der TGV durch die Landschaft.

Zeitlich eine echte Alternative zu Auto und Flug

Zeitlich schlägt das die Fahrt mit dem Auto um Längen – und auch verglichen mit dem Flug ist der Zug eine echte Alternative – denn dort muss ich Wartezeiten am Flughafen ebenso einkalkulieren, wie den Transfer vom Flughafen in die Innenstadt von Marseille (die würde, wenn wenig Verkehr ist 30 – 45 Minuten dauern und rund 60 Euro mit dem Taxi, bzw. 8,60 Euro mit dem Bus kosten). Noch dazu habe ich im Zug keine Beschränkungen was das Gepäck betrifft.

Nur mit reserviertem Sitzplatz

Eine Ticketbuchung für den TGV ist mit einer Sitzplatzreservierung verbunden. Wer gerne den Blick aus dem Fenster auf die vorbeiziehende Landschaft genießen möchte, sollte darauf achten, dass sich sein Sitzplatz im oberen Bereich des Zuges befindet, von dort ist die Aussicht am besten.

Familienabteile und Wickeltisch

Der TGV verfügt über 509 Sitzplätze – für Familien gibt es in Wagen 6 und 8 Familienabteile. Wer mit Babys oder Kleinkindern unterwegs ist, findet in Wagen 8 zudem einen Wickeltisch.

Attraktive Reiseziele in der Provence

Der TGV hält in Lyon, Avignon, Aix-en-Provence und in Marseille – alle vier Städte perfekte Reiseziele für einen Kurztrip oder Ausgangspunkt für einen erlebnisreichen Urlaub. Alle Städte lassen sich bestens zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden.

Wie buche ich die günstigsten Tickets für die Bahnfahrt in die Provence?

Die Tickets sind 6 Monate vor Reiseantritt buchbar. Je früher man bucht, desto größer die Chance auf die günstigsten Tickets. Bereits ab 39 Euro kann man von Frankfurt bis Marseille fahren – in der 1. Klasse kostet das günstigste Ticket 49 Euro.

Kinder fahren auf dem deutschen Streckenabschnitt kostenlos und bezahlen auf dem französischen Streckenabschnitt 50% des Erwachsenenpreises. Alles Infos und Buchungsmöglichkeiten findet ihr hier.

Gut zu wissen:

Seid rechtzeitig am Bahnsteig und steigt spätestens 2 Minuten vor Abfahrt des Zuges ein. Alle Gepäckstücke müssen einen Gepäckanhänger mit dem Namen des Reisenden tragen.

Am Bahnhof und im Zug müssen aktuell medizinische Masken oder FFP2-Masken getragen werden. Bitte beachtet die aktuellen Einreisebestimmungen nach Frankreich – und prüft diese regelmäßig, das sich die aktuellen Bestimmungen jederzeit ändern können. Alles Infos findet ihr auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Mit dem Zug in die Provence – mein Fazit

Um ehrlich zu sein, hatte ich die Zugverbindung in die Provence bisher gar nicht auf dem Schirm. Dabei ist die Zugfahrt sowohl zeitlich als auch preislich eine echte Alternative zur Fahrt mit dem Auto oder zum Flug.

Noch dazu gibt es keine entspanntere Möglichkeit zum Reisen – man kann gemütlich lesen, gemeinsam ein Spiel machen, picknicken, quatschen oder gar arbeiten – einfach gemeinsam Zeit verbringen ohne dass sich einer auf den Verkehr konzentrieren muss. Für Verpflegung ist gesorgt, saubere Toiletten sind in wenigen Schritten erreichbar, man hat viel Platz und wer mit kleineren Kindern unterwegs ist, schätzt die Möglichkeit, sich zwischendurch einfach mal die Beine zu vertreten.

Wenn ich ankomme, bin ich bereits mitten in der Stadt und damit mitten im Geschehen. Das macht alle vier Städte zu interessanten Kurzreisezielen. Ich habe mir fest vorgenommen, bald nach Aix-en-Provence zu reisen und dort den Spuren von Cézanne zu folgen – wie ich am besten dorthin reise, weiß ich schon 🙂

Ihr wollt mehr über Marseille erfahren?

Hier findet ihr meine Tipps für einen Stadttrip nach Marseille – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, interessante Touren, Restaurant-Tipps etc.

Marseille ist die Heimat der berühmten Bouillabaisse – was das besondere an dieser Fischsuppe ist und ob es sich lohnt, sie zu probieren, erfahrt ihr hier.

Ihr sucht noch einen Hoteltipp für Marseille? Dann kann ich euch das Grand Hotel Beauvau ganz besonders ans Herz legen.

2 Kommentare

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Susanne Zürn-Seiller 27. Oktober 2021 - 16:33

Hallo Antje, vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht über die Möglichkeit mit dem Zug nach Frankreich, nach Südfrankreich zu reisen.Ich hatte den Zug auch schon mal gestestet und war total begeistert, weil ich im Zug noch arbeiten konnte und viel erholter an meinem Ziel ankam. Vielleicht treffen wir uns ja das nächste Mal im Zug. Viele Grüsse, Susanne

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Antje Gerstenecker 27. Oktober 2021 - 16:40

Hallo liebe Susanne,

ein Arbeitstag im Zug zu verbringen ist eine gute Idee – dann kann man das Ziel umso mehr genießen, wenn die Arbeit schon getan ist. Es wäre schön, wenn wir uns bei der nächsten Fahrt treffen – wir hätten bestimmt viel zu erzählen 🙂

Liebe Grüße
Antje

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