British Columbia, Kanada: Abenteuer für die ganze Familie

by Antje Gerstenecker

Beitrag von meehr-erleben-Gastautorin Ulrike Dransfeld:

Es war wie im Film: unter uns lag ein breiter, bräunlicher Fluss – und unzählbar viele Baumstämme lagen am Ufer – zu ordentlichen Flossen gebündelt. Wir waren im Anflug auf Vancouver, British Columbia.

Lange Anreise nach Vancouver, British Columbia

Hinter uns lagen 16 Stunden Reise. Wir waren morgens um acht in Stuttgart mit dem eigenen Auto losgefahren,  hatten es dort in einem Autohotel abgestellt und sind mit deren Shuttlebus innerhalb von 10 Minuten am Terminal abgesetzt worden. Finanziell war das billiger und unkomplizierter als sämtliche Mietauto oder Zugvarianten. Unsere Airline AirTrans kann man nur empfehlen – freundlich, hilfsbereit, kinderorientiert, sauber – ok, das Essen hätte jetzt keinen Stern erhalten, aber dafür fliegt man ja eigentlich nicht.

Durch Kanada im schwarzen „Gangster“-Van

Am Vancouver-Airport konnten wir die sechs Minuten zur Autovermietung bequem zu Fuß meistern und fuhren auch kurz danach los, in einem dieser schwarzen Riesen-Vans mit dunklen Heckscheiben,  in denen im deutschen Fernsehen die Gangster durch die Gegend fahren. Die Kinder waren begeistert, aber auf der Fähre nach Victoria merkte man deutlich den Schlafentzug und als wir dann bei unseren Freunden ankamen, krabbelten unsere beiden direkt ins Bett.

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Volles Programm in Victoria

Fünf Tage Victoria – mit dem ganzen Programm: Standspaziergang, Stadtbummel, Fish and Chips im Hafen, Whale Watching… – und dann machten wir uns auf in Richtung Pacific National Park, genauer gesagt der Terrace Beach Lodge in Ucluelet.

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Traumhaft: Terrace Beach Lodge in Ucluelet

Diese Unterkunft war ein Traum – groß, Hot Tub auf unserem Balkon – und Strand vor der Nase. Wenn wir nicht gerade Ausflüge oder ausgedehnte Spaziergänge  machten, oder am Long Beach rumlungerten, verschwanden die Kinder unten an unserem Strand, spielten zufrieden, waren fasziniert von Fauna und Flora in den Tidal Pools, sammelten Treibholz und waren glücklich.

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Der Atem der Hippies auf Cortes Island

Unser nächstes Ziel war Cortes Island – eine kleine Insel nördlich von Nanaimo, auf der man noch den Atem der Hippies spüren konnte. Ey, das Leben kann ja so entspannt sein!  Hätten wir da nicht die Eltern unserer kanadischen Freunde besucht, wären wir wohl nicht auf die Idee gekommen, uns dorthin zu begeben – aber es war traumhaft schön und vier Tage Erholung pur.

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Zu fünft im Hotelzimmer…

In Nanaimo übernachteten wir zu fünft in einem Hotelzimmer wie aus einem Rock Hudson Film. Naja, ein wenig angegammelt und das Wasser aus dem Hahn roch stark nach Chlor – aber im Innenhof direkt vor unserer Zimmertür befand sich ein Pool – glückliche Kinder = glückliche Eltern. Es war ja lediglich für eine Nacht, da wir die frühe Fähre nach Vancouver erreichen wollten.

Mit dem Wohnmobil in Kanadas Norden

Dort tauschten wir den Gangster-Van gegen ein 26 Fuß Monster-Wohnmobil und machten uns auf die Reise gen Norden – die Ten-ee-ah Lodge war das Ziel. Die Anfahrt war etwas zäh – aber als wir dann unter dem Ranch-Schild durchführen, um die Ecke bogen und den traumhaften See sahen war die Laune schlagartig gut. Supergut!

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Ten-ee-ah Lodge: Schöne Lodge in Traumlage

Diese Lodge liegt an einem riesigen Badesee, hat acht Wohnmobilstellplätze und ein großes Haupthaus sowie geschätzte sechs kleinere Hütten. Sehr sauber, sehr gepflegt – und fest in Schweizer Hand. Nach zwei Tagen Wohnmobil-Kochen und Grillen vor dem Womi, nahmen wir das Spezialangebot an: Frühstück und Abendessen, sowie unbegrenzte Benutzung der Kajaks, Ruderbooten und Kanus. Es war herrlich – und als an einem Abend der Abschied eines Angestellten mit Alpenflair, inklusiver sämtlicher Après-Ski-Schlager gefeiert wurde, wusste ich nicht so recht wo ich gerade war.

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Ausgiebig wandern im Wells Grey National Park

Nach vier Tagen Erholung am See fuhren wir weiter nach Wells Grey National Park. Er ist nicht so groß wie Banff, auch nicht so weit weg – er ist toll. Bekannt ist er für unglaubliche Wasserfälle die auch gut zu erlaufen sind. Dabei merkten wir einen wesentlichen Unterschied zwischen den USA und Kanada. Als ich vor ca. 25 Jahren im Grand Canyon wandern ging, waren die Zeitangaben eher großzügig ausgelegt. Der Ranger sagte vier Stunden, wir schafften es damals in 2,5 – aber gut, da war ich ja auch noch jünger. Und hatte keine 6-jährige dabei. Wie dem auch sei, 4 kanadische Wanderstunden bedeutete für uns 6. Muss man auch erst mal wissen!  Aber es gab nie Genörgel oder Gemotze. Die Wanderwege waren unterhaltsam und auch nicht „langweilig“, d.h. man musste schon mal ein bisschen steil hoch oder runter, über Baumstämme klettern oder Wurzelwerk umgehen. Dabei sind die Wege wirklich sehr gut gepflegt – und man sieht auch kein Fitzelchen Müll.

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Auf der Flucht vor den Schnaken

Der einzige Wehmutstropfen war unser Campground: nichts Besonderes, einfacher Standard – was ja alles nicht schlimm gewesen wäre, ABER es gab Schnaken in rauen Mengen. Abends konnten wir nicht draußen essen – und ab der Dämmerung wurde der Weg zur Toilette zur Joggingstrecke.

Leider nur eine Stippvisite in Whistler

Weiter über Whistler (nur eine Nacht – leider. Für die Großen gab es viel zu sehen – Downhill Bike Racing,  Shopping, jegliche Art von Outdoorsport-Zubehörhersteller hat ein Geschäft oder auf der riesengroße Open Air Arena einen Stand) nach Vancouver.

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Vancouver – Traumstadt und tolles Hotel

Wir wohnten im Executive Vintage Hotel in einem Appartement, mit einem sensationellen Blick durch die fußbodentiefen Fenster rundum zu einem sensationellen Preis. Geniale Lage – es stimmte einfach alles. Um uns einen Überblick zu verschaffen kauften wir für alle ein 2-Tagesticket für den Hop-on-Hop-off-Bus. Was soll ich sagen? Sehr schöne Stadt, sehr grün, mit sehr vielen Kinder-Aktivitäten. Als wir z.B. auf Grenville Island waren, verbrachten die Kids Stunden beim Wasserspielplatz mit Rutsche (alles gratis). Danach bauten sie ein Boot bei einem Workshop. Ohne Eltern war er gratis, mit Eltern hätte es etwas gekostet. Tja – was taten wir?  Genau: Unser Sohn sollte ja ohne uns Englisch üben und zudem war eh alles so teuer…

Nach vier Tagen Großstadt flogen wir zurück nach Frankfurt, und wieder einmal war AirTrans eine sehr gute Wahl.

Kanada ist ein tolles Reiseland für Familien – aber es hat seinen Preis!

Fazit:

Kanada ist ein tolles Reiseland – auch für Familien mit jüngeren Kindern (ab fünf Jahren). Wir würden jederzeit hinfahren, aber es ist einfach ein sehr teures Reiseland, wobei wir wohl auch Pech hatten mit dem Wechselkurs im Sommer.

 

Vielen Dank liebe Ulrike, für den tollen Beitrag über Euren Urlaub in British Columbia, Kanada!!!


4 Kommentare

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Planet Hibbel 29. Januar 2013 - 09:14

Oh, wie toll. Da will ich auch unbedingt mal hin. Wir werden im Mai mit dem Wohnmobil von NY nach North Carolina fahren. Bin echt mal gespannt wie das klappen wird mit den zwei Minis. Die kids von Ulrike scheinen ja schon größer zu sein. LG, Nadine

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Antje Gerstenecker 29. Januar 2013 - 10:41

Hallo Nadine,
ich bin auch ziemlich neidisch auf die tolle Reise – Kanada gehört schon so lange zu den Ländern, die ich gerne einmal bereisen möchte… Ulrikes Kinder sind 6 und 12 Jahre alt. Wie alt sind deine Kids?
Liebe Grüße
Antje

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Jordan 28. Mai 2013 - 23:30

Hi there, thanks so much for linking to the Cortes Island tourism website. We’ve recently changed our URL to ourcortes.com. Would you be willing to update your link listed above?

Thanks for your help! Hope you come back for more hippies and relaxation!

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Antje Gerstenecker 1. Juni 2013 - 20:57

Thanks for your information. I have updated the link to your website just now! Hope we can vist you soon!

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