Wind, Wetter und Zecken: Den Herbst – gut geschützt – in der Natur genießen

by Antje Gerstenecker

Der Herbst ist da! Die Natur liefert uns ein atemberaubendes Farbschauspiel und wer liebt es nicht, durch das raschelnde Laub zu schlurfen, bunte Blätter, Kastanien, Eicheln und Nüsse zu suchen und die im Wind tanzenden, herabfallenden Blätter zu beobachten.

Gerade mit Kindern macht es unglaublich viel Spaß, im Herbst die Natur zu erkunden, Drachen steigen zu lassen und wir lieben es, die letzten sonnigen und warmen Tage vor dem Winter draußen zu genießen.

Drachen steigen lassen im Herbst

Den Herbst genießen wir am liebsten in der Natur

Gut geschützt in den Herbst

Wie heißt es so schön – es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Gut geschützt macht ein Herbstspaziergang noch viel mehr Spaß. Je nach Wetter gehört regen- oder windfeste Kleidung ins Gepäck. Bei strahlendem Sonnenschein solltet ihr an den entsprechenden Sonnenschutz denken, bei starkem Wind an Mütze oder Stirnband, um die empfindlichen Ohren zu schützen.

Herbst - Fundstücke aus dem Garten

Fundstücke aus dem Garten

Zecken sind noch immer aktiv!

Unsere beiden Zeckenbarometer (sprich: unsere Katzen) zeigen uns zurzeit wieder einmal, dass das leidige Thema noch immer aktuell ist. Ich finde beim Absuchen der Fellnasen noch immer fast täglich Zecken – meist sogar mehrere. Das Blöde – wenn sich die Zecken vollgesaugt haben, fallen sie einfach ab und liegen dann irgendwo in der Wohnung. Die ganze Familie ist entsprechend sensibilisiert und wir entdecken die Viecher meist sehr schnell. Und weil ich Zecken so eklig finde, kommt der Staubsauger fast täglich im gesamten Bereich, in dem die Katzen sich aufhalten, zum Einsatz.

Wir leben in Baden-Württemberg in einer Region, die das Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ausweist. Die Viren dieser Erkrankung können bei einem Zeckenstich übertragen werden. Entsprechend wichtig ist in solchen Regionen der Schutz vor Zecken. Gleiches gilt auch für die Lyme-Borreliose, deren Bakterien ebenfalls von Zecken übertragen werden können. Die Borreliose gibt es übrigens überall dort, wo es Zecken gibt.

Wo lauern die Biester?

Unser Garten war im vergangenen Jahr Testgarten für ein Zecken-Forschungsprojekt. Dafür musste ich regelmäßig mit einem weißen, rauen Stück Stoff den Garten „flaggen“ ¬ sprich mit dem Tuch über verschiedene Bereiche des Gartens streichen und es dann nach Zecken absuchen. Ich war überrascht, dass ich jedes Mal fündig wurde – und das fast immer auf dem gemähten Gras und nicht wie vermutet auf höheren Büschen oder Bäumen.

Der Mythos, dass Zecken von Bäumen fallen, hält sich hartnäckig. Tatsächlich lauern die Biester jedoch auf Grashalmen (eben auch auf ganz kurzen) oder niedrigeren Büschen und lassen sich von ihren menschlichen oder tierischen Opfern einfach abstreifen.

Gründlich absuchen ist Pflicht

Das muss nicht auf nackter Haut sein, die Zecken finden auch auf Stoffen bestens einen Halt. Auf der Suche nach einer idealen Stichstelle krabbeln sie oft mehrere Stunden herum. Deshalb ist es wichtig, den Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur abzusuchen – vor allem auch in sämtlichen Hautfalten, hinter den Ohren und bei Kleinkindern im Windelbereich.

Einen gewissen Schutz bieten diverse Repellents, die im Handel erhältlich sind, sowie lange Kleidung und passendes Schuhwerk wie beispielsweise Gummistiefel. Einen hundertprozentigen Schutz vor einem Zeckenstich gibt es jedoch nicht – daher ist das Absuchen so wichtig.

Wenn ihr eine Zecke findet, solltet ihr sie so schnell wie möglich entfernen – und zwar ohne sie vorher mit Öl oder Klebstoff oder was auch immer zu beträufeln, denn das erhöht das Risiko einer Infektion.

Wie entfernt man Zecken?

Am besten geht das mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Zeckenkarte. Packt die Zecke direkt an der Stichstelle an der Haut, ruckelt erst leicht hin und her und zieht dann mit einem Ruck nach oben die Zecke heraus. Eine gute und sehr brauchbare Anleitung gibt es hier.

Malt am besten einen Kreis mit einem Kugelschreiber o. ä. um die Stichstelle, denn so könnt ihr sicher sein, dass ihr die richtige Stelle weiter beobachtet. Sollte sich die Stelle entzünden oder die Rötung vom Stich nicht zurückgehen, sucht auf jeden Fall einen Arzt auf. Auch wenn ihr im Laufe der Zeit an anderen Körperstellen Rötungen entdeckt – das könnten Anzeichen für eine Lyme-Borreliose-Infektion sein.

Im Gegensatz zu den Lyme-Borreliose-Bakterien, die erst nach einigen Stunden „Saugzeit“ der Zecke übertragen werden, werden die FSME-Erreger sofort beim Zeckenstich übertragen. Dabei ist es übrigens egal, wie groß die Zecke ist. Gegen eine Lyme-Borreliose-Infektion kann man sich vorab nicht schützen. Gegen FSME gibt es eine Impfung – lasst euch diesbezüglich beim Arzt oder Kinderarzt beraten.

Wenn ihr Haustiere habt, sucht regelmäßig die Wohnung und vor allem die bevorzugten Schlafplätze nach Zecken ab – auch im Winter, denn Zecken sind bereits ab 7 Grad Celsius aktiv.

Genießt die Natur – gut geschützt!

Lasst euch von den ekligen Krabbeltieren den Aufenthalt in der Natur aber nicht vermiesen – denn mit den Zecken verhält es sich so ähnlich wie mit der zum Wetter passenden Kleidung – wer weiß, wie er sich am besten schützt, kann die Zeit in der Natur in vollen Zügen genießen.

Weitere Infos zum Thema Zecken findet ihr hier.

 

 

Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Pfizer.