St. Gallenkirch – Mit dem Rodel durch die Nacht

by Antje Gerstenecker

Zu einem richtigen Urlaub im Schnee gehört natürlich auch eine zünftige Rodelfahrt. Nachdem die Tage aber bereits mit Skifahren verplant waren, verlegten wir das Rodeln kurzerhand auf die Abendstunden.

Nachtrodeln an der Garfrescha-Bahn

Als wir die Garfrescha-Bahn, die zwischen St. Gallenkirch und Gortipohl im Montafon liegt, erreichten, herrschte dichter Schneefall. Perfektes Rodelwetter – aus meiner Sicht.  Hier herrscht immer dienstags, donnerstags und samstags Hochbetrieb. Von 18.00 – 21.30 Uhr läuft die Bahn ausschließlich für die Rodelfans.

Lange und frostige Auffahrt

Wer hier rodeln will, sollte sich auf alle Fälle sehr warm anziehen, denn die Garfrescha-Bahn ist ein offener Zweier-Sessellift, der die Rodler auf 1500 Höhenmeter befördert. Entsprechend lang – und frostig – ist die Auffahrt.

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Der Brunellawirt ist bekannt für seine gemütlichen Hüttenabende

Erst mal zum Brunellawirt

Oben angekommen, machen wir uns auf den etwas zehnminütigen Aufstieg zum Brunellawirt im Hüttendorf Garfrescha. Hier oben herrscht die perfekte Winterromantik. Rundum liegen idyllische, tief verschneite Skihütten. Irgendwo dazwischen befindet sich der Brunellawirt, der bekannt für seine gemütlichen Rodelabende sowie seine Käs-und Krautspätzle ist. In der Hütte herrscht dichtes Gedränge und fröhliche Partystimmung. Wir finden sogar Platz an einem Tisch und genießen die Hüttengaudi. Die Kässpätzle sind übrigens wirklich lecker – und das Kartoffelgröstl auch!!!

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Beim Brunellawirt gibt’s sogar Schnee in der Hütte

Hier gibt’s sogar Schnee in der Hütte

Die Kinder sind fasziniert – hier gibt es doch tatsächlich eine Indoor-Schneeanlage, die die feiernden Hüttenbesucher mit Seifenschaum verziert! Ein DJ liefert die passende Partymucke – was für ein Spaß!

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Schneesturm mal anders

Superfreundliche Bedienung!

Hervorzuheben ist hier vor allem das unglaublich freundliche und zuvorkommende Hüttenpersonal. Wir fühlten uns beim Brunellawirt rundum wohl!

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Auf geht’s ins Tal

Etwas zögernd verließen wir die warme Stube und nahmen die, 5,5 Kilometer lange, Rodelabfahrt in Angriff. Während wir in der Hütte waren, hatte es draußen kräftig weitergeschneit und die Rodelbahn war entsprechend mit Pulverschnee bedeckt.

Durch den Winterwald

Was für eine Gaudi! Mit dem Rodel durch den tief verschneiten Winterwald zu flitzen. Rundherum bestens gelaunte Menschen jeden Alters. Rodeln macht einfach gute Laune und ist zudem äußerst kommunikativ. So lernt man unterwegs eine Menge netter Leute kennen. Eines haben alle auf jeden Fall gemeinsam – wir sehen schon nach den ersten Metern aus wie Schneemänner – und es liegt noch ein langer Weg vor uns!

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Rodelfans kommen hier voll auf ihre Kosten

Auf den Schlitten aufpassen!

Einer sucht jammernd seinen Schlitten, den er bei einem Sturz bei der Fahrt zuvor verloren hat. „Mist“, schimpft er. „Wenn ich ihn nicht finde, muss ich 330 Euro zahlen“. Viel Geld – also sucht er samt seinen Kumpels verzweifelt weiter. Wenn er doch nur wüsste, bei welcher Kurve es war. Eine andere Clique hat sich nur mit Jeans bekleidet den Berg hinabgewagt. Ob Ihnen nicht kalt ist, will ich wissen, als wir uns bei einem kurzen Zwischenstopp treffen. „Und wie!“, schnattert einer. Aber seit die Hose gefroren ist, fühlt es sich wieder wärmer an…“.

Schnell oder langsam?

Wir haben inzwischen ganz andere Probleme. Unserem fünfjährigen Sohn geht’s zu schnell, unserer achtjährigen Tochter zu langsam – jaja, allen Menschen recht getan…

So flitzt Mama mit Tochter voraus und Papa mit Sohn auf dem Doppelschlittenhinterher.

Beim nächsten Stopp treffen wir den jungen Mann ohne Schlitten wieder – er ist kurz vorm Verzweifeln – aber Aufgeben kommt nicht in Frage. Daneben landen gerade vier ältere Herren hysterisch lachend im Schnee. Langsam richten sie sich auf, und analysieren – immer noch lachend – ihre schmerzenden Glieder.

Ein paar Minuten später, triumphierendes Geheul! Die Jungs haben den Schlitten wiedergefunden! Zwar mussten sie dafür einen Steilhang hinabklettern, aber Hauptsache der Rodel ist wieder da!

20 Minuten Rodelspaß

Nach rund 20 Minuten Rodelfahrt erreichen wir wieder das Tal – meine Güte, was haben wir auf den hinter uns liegenden 5,5 Kilometern nicht alles erlebt. Ein Riesenspaß!

Müde und glücklich machten wir uns auf die Heimfahrt – und können die eiskalte, nächtliche Rodelfahrt auf jeden Fall wärmstens weiterempfehlen!

Infos

Das Rodelticket kostet 16,50 Euro für Erwachsene und 8,50 Euro für Kinder (Kinder unter 6 fahren kostenlos). Rodel können an der Talstation ausgeliehen werden (6 Euro/Stück). Eine Reservierung ist nicht erforderlich.

Auf jeden Fall warme Skikleidung anziehen und den Skihelm samt Skibrille tragen!!!

Wer zum Brunellawirt möchte sollte unbedingt reservieren! Vor allem, wenn es sich um eine größere Gruppe handelt.

 

Herzlichen Dank an die Silvretta Montafon Bergbahnen AG für die freundliche Unterstützung!

 

 

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